Hopes Reise

Schutzprojekt für den Salvadori-Weißohrsittich

1 Grey breasted Parakeet1 Aquasis

Der Salvadori-Weißohrsittich (Pyrrhura griseipectus) wurde lange Zeit als Unterart des Weißohrsittichs (Pyrrhura leucotis) angesehen. Dieser kleine Sittich wird in der Roten Liste der IUCN als „vom Aussterben bedroht" (Critically Endangered) eingestuft.

Freilebende Exemplare gibt es wohl nur noch in zwei feuchten Bergwaldenklaven im äußersten Nordosten Brasiliens vor, den Baturité-Bergen und den Quixadá-Inselbergen.

Der FONDS FÜR BEDROHTE PAPAGEIEN (FbP) unterstützt seit 2007 zusammen mit dem Zoo Chester und der Loro Parque Fundacion (LPF) ein Projekt der brasilianischen Naturschutzorganisation AQUASIS (Associação de Pesquisa e Preservação de Ecossistemas Aquáticos) zum Erhalt des Salvadori-Weißohrsittichs.

Erst die Forschung, dann kommt der Schutz

Bevor sinnvolle und erfolgversprechende Schutzmaßnahmen ergriffen werden können, muss man die Art verstehen lernen: Wo leben die Tiere, was fressen sie, wo schlafen und wo brüten sie und was sind die Gründe für den Bestandsrückgang?

Das Gebiet, in dem die Sittiche noch überleben können ist sehr klein. Holzeinschlag, Jagd und der Fang für den Heimtierhandel sind neben der Zerstückelung der letzten feuchten Bergwälder der Grund für den Rückgang der Art.

Mittlerweile ist auch die Brutbiologie erforscht und so wurde ein ganzer Maßnahmenkatalog entwickelt, der zum Schutz der Art und zur Erholung des Bestands beiträgt:

• Aufklärung der Bevölkerung über die Seltenheit der Sittiche
• Beschlagnahmung illegal der Natur entnommenen Tiere
• Aufhängen von videoüberwachten Nistkästen auf geschützten Privatgrundstücken
• Bezahlung ehemaliger Vogelfänger als Guides, um ihnen eine legale Einkommensquelle zu geben.

Die Schutzmaßnahmen wirken!

Die Bevölkerung ist sich mittlerweile bewusst, welchen „Schatz" sie vor der Haustüre beherbergen, einen kleinen Sittich, der sonst nirgendwo in Brasilien vorkommt.

Heute werden viel weniger Sittiche illegal aus ihren Nestern genommen. Und sie nehmen die künstlichen Nisthöhlen an – seit 2010 sind weit über 250 Küken ausgeflogen. Es gehört heute „zum guten Ton" in vielen Gärten, Nistkästen im Garten aufzuhängen, die von den Sittichen auch gut angenommen werden.

Wie geht es weiter?

Nach wie vor ist wenig über die Biologie und Ökologie des Salvadori-Weißohrsittichs bekannt. Daher werden Jungtiere und Altvögel mit Farbringen beringt, damit man sie auch aus großer Entfernung identifizieren kann. Die so gewonnenen Erkenntnisse helfen, das Fortpflanzungsverhalten, zur Nutzung des Lebensraums, zu Futterpräferenzen und Auswahl von Ruhe- oder Brutplätzen besser zu verstehen.

Beim Beringen werden auch Blut- und Federproben für genetische Untersuchungen entnommen. Diese DNS-Proben könnten sich zu einem wichtigen Abschreckungsmittel im Kampf gegen den illegalen Vogelhandel entwickeln, da es mithilfe dieses Referenzmaterials möglich sein wird, beschlagnahmte Vögel und deren Herkunft zu identifizieren, und es in Verfahren gegen Tierhändler als Beweismittel herangezogen werden kann.

In den vergangenen Jahren verbesserte sich nach Anschaffung einer Baumkletterausrüstung das Monitoring-Leistungsvermögen des Feldteams deutlich. Die seilunterstützte Klettertechnik erhöht Arbeitsgeschwindigkeit und Sicherheit. Zudem erlaubt sie den Zugang zu höheren Bäumen, sodass Nisthilfen außerhalb der Reichweite von menschlichen Nestplünderern angebracht werden können.

Was gibt es noch zu tun?

Immer noch fehlt es an finanziellen Mitteln, um das Feld-Team personell aufzustocken und ein Allradfahrzeug anzuschaffen. Beides ist dringend erforderlich, um die Brutkästen besser warten, kontrollieren und schützen zu können.

Die zweite große Herausforderung liegt in der Bewältigung des anhaltenden, illegalen Tierhandels in der Region. Immer wieder werden natürliche Nisthöhlen des Salvadori-Weißohrsittichs entdeckt, die Wilderer für eine leichtere Entnahme von herangewachsenen Nestlingen präpariert hatten. Diese Leute schrecken notfalls auch nicht vor Gewalttätigkeiten zurück, was die Arbeit der AQUASIS-Mitarbeiter zusätzlich erschwert.

Wie kann man helfen?

Spenden!

Der FONDS FÜR BEDROHTE PAPAGEIEN (FbP) mit der STRUNDEN-PAPAGEIEN-STIFTUNG (SPS) in der ZOOLOGISCHEN GESELLSCHAFT FÜR ARTEN- UND POPULATIONSSCHUTZ (ZGAP) unterstützt den Schutz des Salvadori-Weißohrsittichs mit einem sogenannten Time-Unlimited-Projekt – das unbefristet läuft. Mit unseren zuverlässigen Partnern vor Ort können wir gewährleisten, daß jede Spende zu 100% den Sittichen zugute kommt.

Mitglied im FbP bzw. ZGAP werden

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